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Schlechte Leberwerte unter Methotrexat: Ist MTX wirklich die Ursache?

Bei Patienten, die unter einer Methotrexat-Therapie die Diagnose einer Fettleber (Steatose) erhalten, spielen metabolische Risikofaktoren, im Gegensatz zur MTX-Dosis und -Behandlungsdauer, wahrscheinlich die entscheidende Rolle.

MTX und Lebertoxizität

Methotrexat (MTX) gehört zu den sogenannten konventionellen Disease-modifying antirheumatic drugs (DMARD) und gilt nach der Diagnose einer rheumatoiden Arthritis als Therapeutikum der ersten Wahl. Dementsprechend wird es bei Patienten mit rheumatoider Arthritis auch am häufigsten eingesetzt. Bei Psoriasis sollte MTX aufgrund der Möglichkeit schwerwiegender toxischer Reaktionen nur bei schwerer, therapieresistenter Psoriasis angewendet werden, wenn Patienten auf andere Therapien nicht ansprechen. Beispielsweise betreffen solche toxischen Reaktionen die Leber. Methotrexat kann eine akute Hepatitis und chronische, möglicherweise tödliche Leberintoxikation (Fibrosen und Zirrhosen) hervorrufen, die nach Angaben der Fachinformation aber im Allgemeinen erst nach längerer Anwendung auftritt.

Vor und regelmäßig während einer MTX-Therapie sollen verschiedene Laborparameter überprüft werden, unter anderem die Leberwerte. Für die Überwachung des Leberzustands sollten nichtinvasive Diagnosemethoden zusätzlich zu den Leberfunktionstests in Betracht gezogen werden. Falls die Leberenzymwerte über einen längeren Zeitraum erhöht sind, sollte die MTX-Dosis reduziert oder der Arzneistoff komplett abgesetzt werden.

Schlechte Leberwerte: Ist MTX der Auslöser?

In einer Studie mit rund 200 Patienten mit rheumatoider Arthritis oder Psoriasisarthritis, sollten Risikofaktoren für eine MTX-bedingte Lebertoxizität ermittelt werden. Die Patienten nahmen MTX zwischen sechs Monaten bis zu zehn Jahren ein.

Bestimmt wurden verschiedenen Parameter wie Gewicht, Alkoholkonsum, Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, die akkumulierte MTX-Gesamtdosis und verschiedene Laborparameter (Glucose, Blutfette, Leberwerte). Außerdem wurden die Lebersteifigkeit als Maß für den Grad der Leberfibrose mittels Fibroscan® und Controlled attenuation parameter (CAP) zur Bestimmung des Fettgehalts (Steatose) gemessen sowie ein Steatosegrad bestimmt.

Bei den meisten Patienten wurde keine signifikante Leberfibrose diagnostiziert; allerdings lag bei mehr als einem Drittel der Patienten eine signifikante Steatose vor. Sowohl eine erhöhte Lebersteifigkeit als auch eine signifikante Steatose war bei Psoriasis-Patienten häufiger als bei Patienten mit rheumatoider Arthritis.

Metabolische Risikofaktoren vermeiden

Erhöhte Fibroscan®-Werte korrelierten mit einer Psoriasis-Arthritis, erhöhtem Körpergewicht und Hüftumfang. Eine per CAP bestimmte Steatose war mit männlichem Geschlecht, Psoriasis-Arthritis und niedrigen HDL-Cholesterolwerten assoziiert. Nicht signifikant assoziiert mit einer Fibrose oder Steatose waren die MTX-Dosis, die MTX-Behandlungsdauer oder Alkoholkonsum.

Die meisten Patienten in dieser Studie zeigten keine signifikante Fibrose. Stattdessen wurde häufig eine MASLD (Metabolic Dysfunction-associated Steatotic Liver Disease) diagnostiziert. Diese liegt per Definition der S2k-Leitlinie „Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen“ vor, wenn neben einer Steatose der Leber mindestens einer von fünf kardiometabolischen Risikofaktoren vorliegt. Hierzu gehören (Prä-)Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Triglyzerid- sowie erhöhte LDL-Cholesterolwerte. Dies unterstreicht, welch wichtige Rolle modifizierbare metabolische Risikofaktoren für die Lebergesundheit bei Patienten unter einer MTX-Therapie sind.

Quellen

Fachinformation Lantarel® FS 7,5/10/15/20/25 mg. Stand: September 2024.

Roeb E, et al. Aktualisierte S2k-Leitlinie nicht-alkoholische Fettlebererkrankung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Z Gastroenterol 2022;60:1346–1421.

Sharba S, et al. The culprits behind methodtrexate proposed hepatotoxicity and modifiable risk factors. POS1304. Annals of the Rheumatic Diseases, Volume 84, Supplement 1, June 2025, Pages 1346-1347.

 

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