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Episodischer Cluster-Kopfschmerz: kein Erfolg für Eptinezumab

Eptinezumab ist zugelassen zur Migräneprophylaxe bei Erwachsenen. Bei episodischem Cluster-Kopfschmerz scheint die Wirksamkeit des Antikörpers jedoch eingeschränkt zu sein, so die Ergebnisse einer klinischen Studie mit über 200 Patienten.

Anti-CGRP-Antikörper auf dem Prüfstand

Seit September 2022 ist der gegen das Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) gerichtete Antikörper Eptinezumab in Deutschland verfügbar. Der erste intravenös applizierbare Anti-CGRP-Antikörper ist zur Migräneprophylaxe bei Erwachsenen indiziert, die unter mindestens vier Migränetagen pro Monat leiden. Ob der Antikörper auch in der Präventivtherapie von episodischen Cluster-Kopfschmerzen wirksam ist, sollte in einer randomisierten klinischen Studie untersucht werden.

Kein Unterschied für wöchentliche Attacken

Für die doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie wurden 231 Erwachsene 1:1 randomisiert. Aufnahmekriterium war eine Vorgeschichte mit episodischen Cluster-Kopfschmerzen für mindestens ein Jahr mit Anfällen, die unbehandelt mindestens sechs Wochen andauerten. Die Patienten erhielten 400 mg Eptinezumab oder Placebo als Infusion. Zum Vergleich: Bei der Migräneprophylaxe liegt die empfohlene Dosis von Eptinezumab bei 100 mg alle zwölf Wochen. Primärer Endpunkt der Studie war die Änderung der Anzahl wöchentlicher Attacken über die Wochen 1 und 2 im Vergleich zur Baseline.

Die mittlere Anzahl wöchentlicher Attacken zur Baseline betrug 15,2 in der Eptinezumab- und 15,7 in der Placebo-Gruppe. Zum primären Endpunkt konnten keine signifikanten Gruppenunterschiede festgestellt werden (mittlere Änderung gegenüber Baseline –4,6 [Placebo] vs. –4,0 [Eptinezumab]). Dennoch war die Eptinezumab-Therapie mit höheren Responderraten verbunden: So erreichten mehr Patienten der Interventionsgruppe den sekundären Endpunkt eines mindestens 50%igen Ansprechens in Woche 2, verglichen mit Placebo (51% vs. 37%). Zusätzlich führte Eptinezumab zu einer Verbesserung der durchschnittlichen täglichen Schmerzen und patientenberichteten Endpunkte. Die Inzidenz behandlungsbedingter unerwünschter Ereignisse war in beiden Gruppen ähnlich groß (Eptinezumab: 25 %, Placebo: 27 %).

Folgestudien mit neuen Endpunkten

Zwar wurde der primäre Endpunkt für die Eptinezumab-Therapie in der Studie nicht erreicht, dennoch zeigte die Intervention Vorteile bezüglich weiterer Wirksamkeitsendpunkte. Die Studienautoren schlagen daher vor, für Folgestudien andere primäre und sekundäre Endpunkte hinzuzuziehen.

Quelle

Jensen RH, Tassorelli C, Tepper SJ, et al. Efficacy and safety of eptinezumab in episodic cluster headache: a randomized clinical trial. JAMA Neurol. Published online May 19, 2025. doi:10.1001/jamaneurol.2025.1317.

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