Geschlechterunterschiede beim trockenen Auge

Frauen haben häufiger trockene Augen als Männer, erklärte Prof. Dr. Gerd Geerling, Düsseldorf, bei einer Online-Pressekonferenz der Stiftung Auge. Eine unterschiedliche Wahrnehmung von Erkrankungen und ein stärkerer Behandlungswille bei Frauen erklären die Differenzen nicht vollständig.

Frauen häufiger betroffen als Männer

Beim trockenen Auge handelt es sich um eine chronische Form der Binde- und Hornhautentzündung. Der Tränenfilm ist gestört, es entsteht das typische Bild der Erkrankung: Die Augen brennen, jucken, tränen und sind gerötet.

Bei Älteren ist bereits jeder Dritte bis Vierte betroffen und die Häufigkeit nimmt noch zu, wenn Patienten unter anderen Erkrankungen des Auges leiden wie grauem oder grünem Star oder einer Makuladegeneration.

Frauen leiden häufiger und stärker an trockenen Augen als Männer – nach aktueller Studienlage sind sie etwa doppelt so häufig betroffen. Im Alter ist der Unterschied sogar noch größer. Doch warum ist das so?

Ein Erklärungsversuch sind geschlechtsspezifische Unterschiede in der Wahrnehmung von Erkrankungen und im Behandlungswillen, berichtet Geerling.

Männer sagen oft, es wird sich schon richten.

Das allein erkläre den Unterschied jedoch nicht.

Unterschiedliche Hormonausstattung erklärt den Unterschied

Bei Frauen sind reversible Schäden an der Oberfläche von Horn- und Bindehaut häufiger zu beobachten, ebenso wie Veränderung der Talgdrüsen und des Tränenfilms. Dem instabilen Tränenfilm liegt eine Fehlfunktion der Lidtalgdrüsen zugrunde.

Testosteron wirkt protektiv. Wenngleich auch Frauen das Hormon produzieren, sind die Spiegel deutlich niedriger als bei Männern. Die Konzentration sinkt in der Menopause noch weiter ab, sodass die Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Alter noch größer werden.

Meistens können die Symptome des trockenen Auges durch einfache Pflegemaßnahmen oder Benetzungstropfen behandelt werden. Allerdings ist das trockene Auge oft eine Begleiterscheinung, es sollte also beim Augenarzt abgeklärt werden, ob eine andere Erkrankung vorliegt.

Quelle

Prof. Dr. Gerd Geerling, Düsseldorf. Geschlechterunterschiede beim trockenen Auge – warum Frauen häufiger betroffen sind und was das für die Prävention bedeutet. Online-Pressekonferenz der Stiftung Auge, 14. Mai 2025.

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