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Premiere für 3D-gedruckte Dexamethason-Tabletten

In der Klinikapotheke des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) wird intensiv an der Entwicklung von Arzneimitteln aus dem 3D-Drucker geforscht. Mit einer dort entwickelten Rezeptur werden nun Dexamethason-Kautabletten hergestellt, mit denen im Rahmen einer Studie erstmals Kinder behandelt werden.

Studie untersucht Akzeptanz bei Kindern

Die von der Klinikapotheke initiierte Studie untersucht in Kooperation mit der Kinderonkologie des UKE, ob Kinder die 3D-gedruckten, geschmacksmaskierten Kautabletten den herkömmlichen Medikamenten gegenüber bevorzugen. Kinder, denen noch zwei Zyklen einer hoch emetogenen Chemotherapie bevorstehen, erhalten einmal herkömmliche Dexamethason-Tabletten als antiemetische Prophylaxe und einmal die Kautabletten aus dem 3D-Drucker. Zur Auswertung der Akzeptanz werden dann die Kinder, Eltern und Pflegenden befragt. Der Abschluss der Studie ist für 2026 geplant.

Warum werden 3D-gedruckte Arzneimittel benötigt?

Kinderarzneimittel stellen eine besondere Herausforderung dar, weil es in den benötigten Dosierungen wenige zugelassene Fertigarzneimittel gibt und Tabletten noch nicht geschluckt werden können. Auch ein unangenehmer Geschmack kann Probleme ergeben. Häufig müssen Tabletten daher geteilt, geviertelt oder gemörsert werden, was sich auf die Dosiergenauigkeit auswirkt.

Kautabletten aus dem 3D-Drucker könnten Abhilfe schaffen, indem die Herstellung einer individuellen Dosierung und einen angenehmen Geschmack ermöglichen. Außerdem werden sie so hergestellt, dass sie in ihrer Konsistenz zunächst Gummibärchen gleichen, im Mund dann aber schnell zerfallen und nicht unangenehm an den Zähnen kleben, erklärte Dr. Adrin Dadkhah, Hamburg, in einem Filmbeitrag.

In Zukunft soll es auch möglich sein, Wirkstoffkombinationen mit dem 3D-Drucker herzustellen und Dosierungen im Therapieverlauf immer wieder anzupassen.

Quelle

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Pressemitteilung „Erstmals Anwendung 3D-gedruckter Arzneimittel im UKE“ vom 13. Februar 2025.

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