Die Narkosegase Desfluran und Sevofluran haben keine gute Ökobilanz. Aber wie lässt sich die Anästhesiologie nachhaltiger gestalten? Ein interprofessionelles Team des Uniklinikums Erlangen entwickelte dazu ein Strategiekonzept.
Eine Stunde OP gleicht achtstündiger Autofahrt
Die Nutzung inhalativer Anästhetika macht rund 35% der Emissionen von Krankenhäusern aus. Dr. med. Christopher Schmitt vom Universitätsklinikum Erlangen nannte als Beispiel:
Bei einer einstündigen Narkose mit Desfluran entstehen Emissionen, die einer Autofahrt von Erlangen nach Flensburg entsprechen.“
Das entspricht einer Strecke von 730 km. Die Anwendung von Sevofluran reduziere die Emission auf ein Äquivalent zur Strecke zwischen Nürnberg und Erlangen, die 20 km entspricht.
Problem der Gase ist die lange Lebensdauer in der Atmosphäre, bei Desfluran beträgt sie 14,1 Jahre, bei Sevofluran 1,4 Jahre. Dazu kommt der hohe, für die Nutzung benötigte Energieaufwand. Medizinische Druckluft, Verdampfer und Gasabsauger sind Energiefresser. In Erlangen wird daher nur noch eine inhalative Anästhesie eingesetzt, wenn sie Vorteile für die Patienten bringt. Die standardmäßige Anästhesie erfolgt mittlerweile intravenös mit Propofol.
Recycling statt wegwerfen
Im nächsten Schritt soll der im OP anfallende Müll durch die Verwendung von Einweg-Instrumenten reduziert werden. Eine Umstellung auf recyclebare Mehrwegartikel steht als nächster Punkt im Strategiekonzept.
Quelle
Uniklinikum Erlangen. Pressemitteilung „Narkose geht auch klimafreundlich“ vom 12. Februar 2025.
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