Der Konsum von Milchprodukten, insbesondere Käse, scheint sich positiv auf das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen auszuwirken. Diesen Zusammenhang zeigte eine in Nature Communications erschienene Metaanalyse.
Metaanalyse chinesischer und britischer Daten
Milchprodukte enthalten viele ernährungsphysiologisch positive Inhaltsstoffe wie Proteine, Phospholipide, Vitamine und Mineralstoffe. Weniger vorteilhaft sind dagegen die enthaltenen gesättigten Fettsäuren und anabolischen Hormone.
Forschende analysierten nun Daten von fast einer Million Menschen aus China (China Kadoorie Biobank) und Großbritannien (UK Biobank). In der Metaanalyse verglichen sie die Daten von Personen, die mindestens viermal pro Woche Milchprodukte verzehrten mit den Daten von Personen, die nicht oder selten Milchprodukte verzehrten.
Regionale Unterschiede
In der chinesischen Kohorte zeigte sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Milchprodukten und dem Risiko für kardiovaskulären Erkrankungen (CVD). Es zeigte sich aber ein um 9% erhöhtes Risiko für eine koronare Herzkrankheit (KHK), für einen Schlaganfall hingegen ein um 6% niedrigeres Risiko, insbesondere hämorrhagischer Genese.
Für die Briten zeigte sich der Verzehr von Milchprodukten insgesamt protektiv hinsichtlich des Auftretens von CVD (7%ige Risikoreduktion), KHK (7%ige Risikoreduktion) und ischämischem Schlaganfall (14%ige Risikoreduktion).
Als mögliche Ursache für diesen regionalen Unterschied sehen die Autoren die Essensgewohnheiten der Menschen. So wurde in China vorwiegend Vollmilch konsumiert, während in Großbritannien Käse und fettarme Milchprodukte bevorzugt wurden.
Insgesamt stellten die Forscher fest, dass der Verzehr von Milchprodukten das Risiko für CVD um 3,7% und für Schlaganfälle um 6% senken konnte. Insbesondere Käse und fettarme Milchprodukte schienen einen protektiven Effekt auf das Auftreten von CVD zu haben.
Effekte nicht bei allen gleich
Aber: Die signifikanten Effekte des Konsums von Milchprodukten auf das KHK- und Schlaganfall-Risiko zeigten sich in der chinesischen Kohorte ausschließlich bei Männern und Personen mit Hypertonie, nicht bei Frauen oder Personen mit normotensivem Blutdruck. In der britischen Kohorte hingegen zeigte sich die positive Wirkung der Milchprodukte auf das CVD-Risiko nur bei derzeitigen Rauchern. Insgesamt also Personengruppen, die sowieso ein erhöhtes kardiovaskuläres oder Schlaganfallrisiko haben.
Quelle
Zhuang P, et al. A global analysis of dairy consumption and incident cardiovascular disease. Nat Commun 2025;16:437. Published 2025 Jan 6.
Bildquelle
anaumenko – stock.adobe.com