Kaffee ist ein beliebter Wachmacher und in unzähligen Variationen verfügbar. In einer aktuellen Studie, veröffentlicht im European Heart Journal, zeigte sich nun: der Konsumzeitpunkt beeinflusst die Sterblichkeit.
Wann ist die richtige Uhrzeit?
In der Studie wurden Daten von über 40.000 Erwachsenen aus dem National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) der USA analysiert. Dabei wurden drei verschiedene Muster des Kaffeekonsums identifiziert:
- Morgen-Typ (36%): Kaffeekonsum vor allem zwischen 4–12 Uhr
- Ganztags-Typ (16%): Kaffeekonsum über den gesamten Tag
- Nicht-Kaffeetrinker (48%)
Tatsächlich zeigte sich für Menschen vom Morgen-Typ verglichen zu Nicht-Kaffeetrinkern im Zeitraum des Follow-up von 9,8 Jahren ein signifikant niedrigeres Risiko hinsichtlich:
- Tod jeder Ursache (Hazard-Ratio [HR] 0,88, 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,81–0,96)
- Kardiovaskulärem Tod (HR 0,69, 95%-KI 0,55–0,87)
Dieses zeigte sich gleichermaßen für den Konsum von Kaffee mit und ohne Coffein. Für das Risiko an Krebs zu versterben, zeigte sich kein niedrigeres Risiko durch den morgendlichen Kaffeekonsum. Ebenso zeigte sich der Effekt nicht bei Menschen vom Ganztags-Typ verglichen mit den Nicht-Kaffeetrinkern.
Übrigens: Der morgendliche Konsum von > 2 bis 3 Tassen Kaffee zeigte den größten Effekt.
Zirkadianer Rhythmus mögliche Ursache
Eine mögliche Erklärung sehen die Autoren in der Beeinflussung des zirkadianen Rhythmus. So zeigte eine frühere Untersuchung, dass hoher Kaffeekonsum am Nachmittag oder Abend die nächtliche Melatoninsynthese um bis zu 30% verringern kann. Diese Annahme erklärt jedoch nicht, warum auch entkoffeinierter Kaffee eine Risikoreduktion zeigte.
Als weitere Erklärung nennen die Autoren die antiinflammatorischen Eigenschaften der in Kaffee enthaltenen bioaktiven Verbindungen. So unterliegen auch einige proinflammatorische Zytokine und andere Marker zirkadianen Schwankungen, welche in der Regel morgens den höchsten Plasmaspiegel haben und über den Tag wieder absinken. Ein konzentrierter morgendlicher Kaffeekonsum könnte sich daher vorteilhafter auf die Entzündungsparameter auswirken.
Die Autoren schließen jedoch nicht aus, dass die beobachtete Wirkung des Kaffeekonsums auf anderen Mechanismen beruht.
Quelle
Wang X, et al. Coffee drinking timing and mortality in US adults. Eur Heart J published online January 8, 2025. doi:10.1093/eurheartj/ehae871
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