Rote-Hand-Brief: Agranulozytose durch Metamizol

Die Agranulozytose ist die vermutlich bekannteste Nebenwirkung von Metamizol. Nun informieren die Zulassungsinhaber Metamizol-haltiger Arzneimittel gemeinsam mit EMA und BfArM über das Agranulozytoserisiko.

Patienten über Symptome informieren

Wenn Patienten mit Metamizol behandelt werden sollen, müssen sie vor Beginn der Therapie über die Symptome einer Agranulozytose aufgeklärt werden. Zu den Frühsymptomen zählen Erkältungssymptome wie Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen sowie schmerzhafte Schleimhautveränderungen, insbesondere in Mund, Nase und Rachen oder im Genital- oder Analbereich.

Die Symptome können zu jedem Zeitpunkt der Behandlung und auch noch danach auftreten. Klagt ein Patient unter Metamizol-Therapie über die genannten Symptome muss die Behandlung abgebrochen und sofort einen Arzt aufgesucht werden.

Die Symptome der Agranulozytose können bei einer Anwendung von Metamizol gegen Fieber oder gleichzeitiger Antibiotikatherapie verschleiert werden und unbemerkt bleiben.

Differentialblutbild bestätigt den Verdacht

Bei Verdacht auf eine Agranulozytose muss umgehend ein Differenzialblutbild erstellt und die Behandlung unterbrochen werden. Eine routinemäßige Blutbildkontrolle wird nicht empfohlen.

Metamizol ist kontraindiziert bei Patienten mit Agranulozytose in der Anamnese, die durch Metamizol (oder andere Pyrazolone oder Pyrazolidine) ausgelöst wurde, sowie bei Patienten mit beeinträchtigter Knochenmarkfunktion oder Erkrankungen des blutbildenden Systems.

Quelle

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Rote-Hand-Brief zu metamizolhaltigen Arzneimitteln: Wichtige Maßnahmen zur Minimierung der schwerwiegenden Folgen des bekannten Risikos für Agranulozytose. Bonn, 9. Dezember 2024.

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