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Nierenerkrankung meist unentdeckt

Vom 26.-29. September 2024 fand in Berlin die 16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e. V. statt. Diskutiert wurden neue Maßnahmen zum Screening und zur Therapie der chronischen Nierenkrankheit.

Nierenkrankheit meist unentdeckt

Unsere Nieren sind nicht nur für die Ausscheidung von Schadstoffen zuständig, sie regulieren auch den Säure-Base-Haushalt des Körpers, den Elektrolythaushalt, die Blutbildung, den Knochenstoffwechsel und den Blutdruck. Eine Schädigung der Nieren hat also eine Vielzahl von Folgen.

Doch drei von vier chronisch Nierenkranken wissen nichts von ihrer Krankheit. Die Symptome treten erst bei starken Schäden, also in späten Stadien der chronischen Nierenerkrankung (CKD), auf. Ein frühzeitiges Erkennen der Krankheit ist deswegen essenziell, immerhin sind schätzungsweise 9 bis 10 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Daher forderten die Nephrologen auf der diesjährigen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) ein Basisscreening der Nierenfunktion.

Albumin als erster Marker

Tritt eine Schädigung der Nieren auf, werden zunächst die Kapillaren in der Bowman-Kapsel durchlässig, beispielsweise für Albumin. Dies geschieht bereits in frühen Stadien einer CKD. Das Plasmaprotein eignet sicher daher in Kombination mit der eGFR (geschätzten glomerulären Filtrationsrate) sehr gut zur Beurteilung der Nierengesundheit und kann mittels einfacher Urintests bestimmt werden.

Screening als Kassenleistung

Das geforderte Screening der Nierenfunktion soll nach DGfN im Rahmen der bezahlten Gesundheitsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen ab dem 35. Lebensjahr stattfinden. Denn nur bei früher Diagnose kann die Progression der CKD medikamentös verzögert oder gestoppt werden.

Ohne adäquate Therapie kommt es langfristig zum Funktionsverlust der Nieren. Im Endstadium der CKD sind die Patienten dialysepflichtig und/oder auf eine Transplantation angewiesen.

Dialyse keine Dauerlösung

Zwar steht mit der Dialyse eine lebensrettende Behandlung für die Erkrankten zur Verfügung, dennoch verschlechtert sich der Allgemeinzustand der Betroffenen mit der Zeit. Ebenso haben Dialysepatienten eine um mehr als 50 Prozent verkürzte Lebenserwartung im Vergleich zu gleichaltrigen Nierengesunden.

Ein weiterer Faktor: fehlende Kapazitäten. Dialysezentren stehen unter wirtschaftlichem und personellem Druck. Erste Zentren wurden bereits geschlossen. Andererseits mangelt es an Organspendern. Die mittlere Wartezeit auf eine Niere (von einem verstorbenem Spender) liegt derzeit bei neun Jahren.

Wunsch nach einem Deutschen Zentrum für Nierengesundheit

Daher sollte neben der Prävention, Früherkennung und frühzeitigen Behandlung der CKD auch die Forschung gefördert werden. Ein Vorschlag der DGfN wäre die Einrichtung eines Deutschen Zentrums für Nierengesundheit (DZGN); dort könne die nephrologische Forschung gebündelt werden.

Insgesamt schließen die Nephrologen mit einem positiven Fazit: Nierenerkrankungen sind gut behandelbar, solange sie frühzeitig erkannt und behandelt werden. Dazu tragen auch neue Medikamente wie die SGLT2-Inhibitoren, der nichtsteroidale Aldosteronantagonist Finerenon und die GLP-1-Agonisten bei.

Quelle

Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN). Pressekonferenz im Rahmen der 16. Jahrestagung, 27. September 2024.

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