Herzrhythmusstörungen durch zu viel Alkohol

Eine Studie auf dem Münchener Oktoberfest zeigte, dass das Risiko für Herzrhythmusstörungen mit dem Alkoholspiegel steigt.

Akuter Alkoholkonsum kann zu Desorientiertheit, Enthemmung, Übelkeit und Erbrechen führen. Aber welche Auswirkungen hat akuter exzessiver Alkoholkonsum auf das Herz-Kreislaufsystem? Bekannt ist das sogenannte „Holiday Heart Syndrom“, das Personen ohne spezielle kardiologische Vorerkrankungen nach akutem ekzessivem Alkoholkonsum, meist am nächsten Tag, treffen kann und durch Herzrhythmusstörungen, vor allem durch Vorhofflimmern, gekennzeichnet ist.

Um dieses Phänomen näher zu untersuchen, haben deutsche Wissenschaftler die Auswirkungen von akutem Alkoholkonsum auf den Herzrhythmus bei über 3000 Freiwilligen auf dem Münchener Oktoberfest untersucht. Bei diesen wurde ein smartphonebasiertes 30-Sekunden-EKG und ein Alkohol-Atemtest durchgeführt. Die Probanden hatten einen mittleren Blut-Alkoholgehalt von 0,85 ‰. Bei 30,5 % konnte eine Arrhythmie festgestellt werden, davon waren mit 25,9 % Sinustachykardien am häufigsten. Die Alkohol-Atemkonzentration war signifikant mit dem Auftreten von Herzrhythmusstörungen assoziiert; und zwar gleichermaßen bei Männern und Frauen. Umgekehrt verhielt es sich bei respiratorischen Sinusarrhythmien, die bei 22,2 % der Studienteilnehmer auftraten. Diese waren mit steigender Alkoholkonzentration seltener.

Respiratorische Sinusarrythmien sind atemsynchrone Schwankungen der Herzfrequenz, die zur qualitativen Bestimmung der Parasympathikusaktivität herangezogen werden. Die Studienautoren stellen die Hypothese auf, dass akuter Alkoholkonsum durch das vermehrte Auftreten von Sinustachykardien auf der einen und weniger respiratorischen Sinusarrhythmien auf der anderen Seite zu einem autonomen Ungleichgewicht führen könnte. Dadurch könnten Phänomene wie das „Holiday Heart Syndrom“ erklärt werden. Weitere Untersuchungen, auch mit Langzeit-EKG-Messungen, sind jedoch notwendig.

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