Frakturen im Alter: Vitamin D und Calcium oft keine Hilfe

Zur Prävention von Stürzen und Frakturen bei älteren Menschen wird der Nutzen von Vitamin D und Calcium diskutiert. Doch sowohl die einzelne als auch die kombinierte Gabe scheint kaum Besserung zu bringen, so die Ergebnisse einer Metaanalyse.

Sturz- und Frakturprävention

Mit zunehmendem Alter steigt das Sturzrisiko, zum Beispiel aufgrund von schwindender Muskelkraft, nachlassendem Gleichgewichtssinn oder als Nebenwirkung von Medikamenten. Das führt nicht nur zu häufigen Verletzungen, sondern auch zu einer erhöhten Angst vor Alltagsunfällen. Umso besser, wenn einfache Nahrungsergänzungsmittel eine vermeintliche Risikosenkung in Aussicht stellen. Immer wieder wird in diesem Zusammenhang der Nutzen von Calcium und Vitamin D auf das Risiko für Stürze und Frakturen untersucht, mit unterschiedlichen Ergebnissen. Nun wurde die Fragestellung in einem systematischen Review randomisiert-kontrollierter Studien erneut aufgenommen.

Kaum bis kein Vorteil

In die Analyse wurden über 150.000 Personen ohne erhöhtes Risiko für Knochenbrüche oder Stürze und ohne Osteoporose-Therapie eingeschlossen. Das mediane Alter betrug 71 Jahre. Die Studienergebnisse waren größtenteils ernüchternd: Für den alleinigen oder kombinierten Einsatz von Calcium- und Vitamin-D-Supplementen gab es kaum bis keine positiven Effekte auf Knochenbrüche jeglicher Art. Dabei wurden folgende Risikoverhältnisse gegenüber keiner Therapie oder Placebo berechnet:

  • 0,91; 95%-Konfidenzintervall (KI) 0,81–1,01; mittlere Sicherheit (Calcium)
  • 1,00; 95%-KI 0,95–1,06; hohe Sicherheit (Vitamin D)
  • 0,91; 95%-KI 0,84–0,99; hohe Sicherheit (Calcium + Vitamin D)

Die einzelne oder kombinierte Supplementierung hatte mit mittlerer bis hoher Evidenz auch keinen positiven Effekt auf andere fraktur- oder sturzbasierte Endpunkte.

Routinemäßiger Einsatz nicht empfohlen

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass sich der Einsatz von Calcium und Vitamin D insgesamt kaum positiv auf das Frakturrisko auswirkt. Keine der untersuchten Interventionen reduzierte das Sturzrisiko signifikant. Sie sprachen sich daher gegen den routinemäßigen Einsatz von Calcium und Vitamin D zur Prävention aus, zumindest, sofern kein erhöhtes Risiko aufgrund anderer Faktoren als dem Alter vorliegt.

Quelle

Massé O, Mercurio CM, Dupuis S, et al. Calcium, vitamin D, or combined supplementation to prevent fractures and falls: systematic review and meta-analysis. BMJ. 2026;393:e088050. Published 2026 May 20. doi:10.1136/bmj-2025-088050.

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