Videos zu mentalen Störungen trenden auf sozialen Medien wie TikTok, doch auch Fehlinformationen können so verbreitet werden. In einer Studie wurden nur knapp 20% der untersuchten Videos als „korrekt“ eingestuft.
Die TikTok-Thematik
Ob Meinung, Tipps oder Informationen: Die sozialen Medien bieten die Möglichkeit zum Austausch mit einer großen Anzahl an Menschen. Doch während viele die Unterhaltung und den Ideenreichtum auf den verschiedenen Plattformen genießen, kann die Verbreitung von Fehlinformationen, besonders bei Gesundheitsthemen, zum echten Problem werden.
Auf TikTok, eine der am schnellsten wachsenden und häufig von jüngeren Menschen genutzten Plattformen, gewinnen auch Gesundheitsthemen immer mehr an Popularität. Jedoch sind nicht alle kurzen Videos, die dort hochgeladen werden, sauber aufbereitet.
In einer Studie wurden nun 177 deutschsprachige Videos mit den meistgesehenen Hashtags zu psychischen Störungen (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung [ADHS], Depression, Autismus, Angststörung, Narzissmus und Posttraumatische Belastungsstörung [PTBS]) auf der Plattform auf die Qualität der dargestellten Informationen hin untersucht.
Über Narzissmus kursieren die meisten Fehlinformationen
Als „korrekt“ wurden lediglich 19% der Videos eingestuft. Dagegen bewerteten die Autoren der Studie 18% als „zu verallgemeinernd“ und sogar 33% als „falsch“. Unter die vierte Kategorie „subjektive Erfahrung“ fielen 29%.
Die Untersuchung zeigt, dass signifikante Unterschiede in der Qualität der Informationen bestehen zwischen Videos von Fachkräften und von Laien – wobei Letztere eher zu fehlerhaften Inhalten neigen. Während Videos über PTBS die beste Quote an korrekten Informationen aufwiesen, enthielt jedes in der Studie analysierte Video über Narzissmus Fehlinformationen.
Fachwissen auch in den sozialen Medien stärken
Gefährlich kann das werden, wenn Menschen sich über soziale Plattformen informieren und aufgrund von fehlerhaften Inhalten zu falschen Selbstdiagnosen verleitet werden. Fachkräfte sollten deshalb ihre Patienten dafür sensibilisieren, dass Fehlinformationen in den sozialen Medien kursieren. Auch die Teilnahme von Fachkräften am digitalen Austausch könnte die Qualität der Informationen verbessern.
Wenn Fachleute auf Social Media klare, verständliche und ansprechende Inhalte erstellen, könnten sie den Fehlinformationen entgegenwirken. – Aaron Mroß, Studienautor
Quelle
Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen „Auf TikTok: Psychische Erkrankungen oft falsch dargestellt. Gefährliche Fehlinformationen“ vom 7. April 2026.
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