Dass Patienten vor dem Arztgespräch Symptome googeln, ist ein häufiges und grundsätzlich nicht verwerfliches Verhalten. Doch die Onlinesuche birgt bei falscher Nutzung einige Gefahren für Patienten. Aufklärung kann hier helfen.
Suchmaschinen und KI häufig genutzt
Die Suche nach Gesundheitsinformationen im Internet ist ein häufiges Phänomen: Einer aktuellen Studie des Meinungsforschungsinstituts forsa, im Auftrag der KKH Kaufmännischen Krankenkasse mit 1000 Personen zwischen 16- bis 70-Jährigen haben 91% schon einmal im Internet nach Krankheiten recherchiert. Neben Such-Maschinen (77%), Webseiten von Gesundheitsdienstleistern (69%) bzw. Gesundheitsportalen oder Gesundheits-Apps (52%) nutzt ein relevanter Anteil auch Künstliche Intelligenz für die Recherche (38%).
Brandbeschleuniger für Ängste
Grundsätzlich kann die Recherche im Internet zur Gesundheitskompetenz beitragen und auch das Anamnesegespräch fördern. Problematisch wird es jedoch insbesondere dann, wenn Personen mit Angst- und Zwangsstörungen Symptome im Internet googeln. So führen Stichwörter wie „Kopfschmerz“ und „Schwindel“ nämlich nicht nur zur Diagnose Migräne, sondern es erscheinen auch beängstigende Ergebnisse wie Artikel zu Hirntumoren oder multipler Sklerose. In der forsa-Studie gaben 15% der Teilnehmenden an, durch Gesundheitsinformationen aus dem Netz verunsichert geworden zu sein. Vorbelastete Personen können mitunter eine zwanghafte Suche nach Internetdiagnosen entwickeln, genannt „Cyberchondrie“ oder „Morbus Google“. In schwerwiegenden Fällen kann sich dann der gesamte Alltag um die Internetdiagnose drehen. Außerdem kann die Online-Diagnose die Behandlung einer ernsten Erkrankung verzögern, denn eine individuelle Diagnose erfordert neben dem Anamnesegespräch oft auch weiterführende Untersuchungen wie die Kontrolle der Blutwerte.
Gute Informationen identifizieren
Beachtet werden muss außerdem, dass die Informationen im Internet sehr unterschiedlicher Qualität sind. Nicht selten sind die Beitragsersteller medizinische Laien. Für die Suche nach guten Gesundheitsinformationen im Internet gibt es ein Merkblatt des IQWiG (pdf), das Patienten an die Hand gegeben werden kann. Um eine Internetseite selbst zu bewerten, sollte demnach in erster Linie geprüft werden, wer die Seite betreibt und finanziert (Impressum). Im nächsten Schritt sollten Motive und Ziele der Internetseite analysiert werden.
Darüber hinaus nennt das IQWiG folgende Internetseiten für verlässliche Gesundheitsinformation:
- patienten-information.de des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin
- gesundheitsinformation.de des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
- krebsinformationsdienst.de des Deutschen Krebsforschungszentrums
- gesund.bund.de des Bundesministeriums für Gesundheit
- dngk.de/verlaessliches-gesundheitswissen des Deutschen Netzwerks Gesundheitskompetenz
Quelle
Pressemitteilung „Zum Arzt oder lieber Dr. Google fragen? forsa: Vor allem Jüngere tendieren zur Selbstdiagnose“ der Kaufmännischen Krankenkasse KKH vom 22.01.2026.
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