GLP-1-Rezeptoragonisten bei Acne inversa

Hidradenitis suppurativa ist eine schmerzhafte Hauterkrankung, für die GLP-1-Rezeptoragonisten eine Therapieoption sein könnten. Dies legen Daten einer kleinen Kohortenstudie nahe.

Schmerzhafte Entzündung mit Behandlungsbedarf

Hidradenitis suppurativa ist eine Entzündung der Haarfollikel in der Haut mit Bildung von Knoten, die aussehen wie Akne. Die Erkrankung verläuft meist schubförmig und führt zu Vernarbungen, Entzündungen und schmerzhaften Abszessen unter der Haut. Eine weitere Folge können bakteriellen Infektionen sein. Besonders betroffen ist die Haut in den Achselhöhlen, Kniekehlen, der Leistenregion, der Gesäßfalte, der Genitalgegend und unterhalb der weiblichen Brust oder um die Brustwarzen herum

Hidradenitis suppurativa ist mit Übergewicht und Adipositas assoziiert, wovon etwa die Hälfte der Patienten betroffen ist. Dysfunktionales Fettgewebe begünstigt die Erkrankung, da es vermehrt entzündungsfördernde Adipokine und Zytokine produziert und gleichzeitig das entzündungshemmende Adiponektin reduziert.

Gewichtsreduktion wirkt sich bei den meisten Patienten positiv auf die Erkrankung aus; eine signifikante Reduktion ist jedoch schwierig. GLP-1-Rezeptoragonisten können bekanntermaßen eine signifikante Gewichtsabnahme bewirken und haben überdies möglicherweise auch entzündungshemmende Eigenschaften.

Diese Eigenschaften gaben Anlass, zu überprüfen, ob die GLP-1-Rezeptoragonisten für diese weitere Indikation vielversprechend sind. Die Ergebnisse wurden in einem aktuellen Research Letter veröffentlicht.

Wirksamkeit bei kleiner Patientenpopulation gezeigt

In die multizentrische retrospektive Kohortenstudie wurden 66 Patienten mit Acne inversa eingeschlossen, die zwischen 2017 und 2024 Semaglutid, Dulaglutid oder Liraglutid angewendet hatten. 57 Patienten hatten Diabetes, 35 waren zu Beginn der Therapie mit einem GLP-1-Rezeptoragonisten bereits wegen der Hidradenitis suppurativa in Behandlung.

Sechs Monate nach Therapiebeginn mit einem GLP-1-Rezeptoragonisten zeigten sich Verbesserungen in allen untersuchten Outcomes. Diese waren der HS-PGA-Score (Hidradenitis Suppurativa Physician’s Global Assessment), Schubrate, Schmerzen, Vereiterungen, BMI und Lebensqualität.

Die Autoren erläutern, dass die Verbesserungen unter anderem durch den Gewichtsverlust selbst zustande kommen, indem die Reibung in Beugebereichen und durch die Adipositas bedingte systemische Entzündungsprozesse reduziert werden. Zudem vermuten sie eine direkte entzündungshemmende Wirkung.

Größere Studien seien nun notwendig, um die Wirksamkeit von GLP-1-Rezeptoragonisten bei Patienten mit Acne inversa zu belegen. Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung seien vielversprechend bei adipösen Patienten, aber auch normalgewichtige Patienten könnten möglicherweise durch immunologische Effekte ebenfalls profitieren.

Quelle

Gouvrion L, et al. Glucagon-Like Peptide-1 Receptor Agonists in Hidradenitis Suppurativa. JAMA Dermatology 2025, published Online August 13. doi:10.1001/jamadermatol.2025.2723

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