„Warnung vor extremer Hitze“ lautet seit einigen Tagen die Wettervorhersage in großen Teilen Deutschlands. Welche langfristigen Auswirkungen übermäßige Hitzebelastungen mit sich bringen, wurde in einer aktuellen Studie untersucht.
Analyse mit jungen Menschen
Mit den „Hundstagen“, die kalendarisch die Zeit zwischen dem 23. Juli und 23. August markieren, steigen die Temperaturen häufig auf ein unerträgliches Maß. Doch was für viele nur unangenehm ist, kann schnell zu einem ernsten Gesundheitsrisiko werden. Wird der Körper nicht ausreichend gekühlt, kommt es zu körperlichen Symptomen und im Extremfall zum Hitzschlag. Dass dieser auch langfristige Gesundheitsrisiken birgt, zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie.
Eingeschlossen in die Analyse wurden Daten von 5794 Patienten mit ärztlich dokumentiertem Hitzschlag, die in deutschen Hausarztpraxen zwischen 2005 und 2023 erhoben wurden. Zusätzlich wurden die Daten von 28.970 gematchten Kontrollpersonen ohne Hitzschlag ausgewertet. Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei 30 Jahren. Die meisten Hitzschläge wurden im Juni (32 bis 34%), Juli (30%), August (15 bis 17%) und Mai (13%) dokumentiert.
Erhöhtes Migräne- und Schlaganfallrisiko
Patienten, die einen Hitzschlag erlitten hatten, unterlagen in einem Beobachtungszeitraum von bis zu fünf Jahren einem signifikant erhöhten Risiko für Migräne, verglichen mit der Kontrollgruppe: 8,8% versus 4,0% (Hazard-Ratio [HR] 2,26; 95%-Konfidenzintervall 2,00 bis 2,57). Für Frauen lag das HR bei 2,33, für Männer bei 2,26. Noch dramatischer: Patienten der Hitzschlag-Gruppe entwickelten signifikant häufiger einen Schlaganfall – das Risiko war 1,3-mal höher. Bei Patienten über 45 Jahren war das Risiko 1,6-fach erhöht. Gründe dafür sieht die Forschergruppe in einer akuten Schädigung des zentralen Nervensystems, einschließlich Entzündungsreaktionen, Schwellungen und einer gestörten Blut-Hirn-Schranke, die der Hitzschlag verursachen kann.
Betroffene langfristig überwachen
„Nach einem Hitzschlag sollten Betroffene nicht nur auf akute Komplikationen hin überwacht werden, sondern auch im Hinblick auf mögliche langfristige neurologische Folgen“, erklärte Studienleiter und Epidemiologe Prof. Dr. Karel Kostev, Frankfurt am Main. Weiterhin sprach er sich für eine bessere Aufklärung über Hitzebelastung und deren potenzielle Spätfolgen aus. Dies sei in Zeiten der sich erwärmenden Umwelt besonders in städtischen Ballungsräumen dringend erforderlich.
Zur Vermeidung hitzebedingter Erkrankungen und Todesfälle gibt es zudem mittlerweile kommunale Hitzeaktionspläne. Hier werden kurz-, mittel- und langfristige Hitzeschutzmaßnahmen zusammengefasst.
Der Begriff Hundstage ist auf die alten Römer zurückzuführen und bezieht sich auf den Zeitraum im Sommer, in dem das Sternbild Großer Hund (Canis Major) am Himmel zu sehen ist.
Quelle
IQVIA Press Release. Sommerlaune mit Folgen. Hitzschlag kann Migränerisiko verdoppeln und auch das Schlaganfallrisiko erhöhen. 21. Juli 2025.
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