Moderne Hilfsmittel für Menschen mit Sehbehinderung

Neue Hilfsmittel ermöglichen Menschen mit Sehbehinderung eine bessere Lebensqualität und Teilhabe am Alltag. Dr. med. Peter Heinz, Schlüsselfeld, berichtete bei einer Online-Pressekonferenz der Stiftung Auge, welche Systeme die einfache Lupe ablösen könnten.

Sehbehinderungen haben viele Ursachen

In Deutschland leben über eine halbe Million Menschen mit Sehbehinderung, mehr als 70.000 davon sind blind. Unter einer Sehbehinderung versteht man eine Einschränkung des Sehvermögens, die nicht vollständig durch Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen behoben werden kann.

Die Ursachen für eine Sehbehinderung sind vielfältig. Sie kann angeboren sein, infolge von Erkrankungen wie Glaukom, Makuladegeneration oder Diabetes mellitus auftreten oder durch Unfälle bedingt sein.

Eine Folge ist eine eingeschränkte Orientierung mit erhöhter Unfall- und Verletzungsgefahr. Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben verhindern vollständige Teilhabe am Alltag und an sozialen Aktivitäten. Nicht selten treten deshalb psychische Probleme auf. Um ihre Selbstständigkeit zu bewahren, sind diese Menschen auf andere Hilfsmittel als Brillen oder Kontaktlinsen angewiesen.

Mehr als nur eine Lupe

Einfache (beleuchtete) Lupen sind schon seit vielen Jahrzehnten als Hilfsmittel für Menschen mit Sehbehinderung verfügbar. Mittlerweile bietet der Markt jedoch sehr viel mehr: einfache Bildschirmlesegeräte, elektronische Lupen, die sehr starke Vergrößerungen erlauben und Kontraste erhöhen, oder Tablets mit entsprechenden Zusatzfunktionen. Mittlerweile gebe es lernende Systeme, die an Brillengestellen angebracht werden können, mit Gesichts- und Umgebungserkennungssystemen und entsprechender Vorlesefunktion, berichtete Heinz.

Auch ältere Menschen kämen mit diesen Systemen oft erstaunlich gut zurecht. Sie seien oft deutlich technikaffiner als ihnen oft unterstellt werde, lobte Heinz.

Damit kann man vielen Patienten eine tolle Lebensqualität bieten.

Problematisch sei aber, dass viele dieser modernen Hilfsmittel von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt werden.

Er wies außerdem noch auf die Messe SightCity hin, die als die größte internationale Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel gilt und Hersteller, Fachleute und Endnutzer zusammenzubringen soll. Sie findet vom 21. bis 23. Mai als hybride Veranstaltung in Frankfurt und digital statt.

Quelle

Dr. med. Peter Heinz, Schlüsselfeld. Sehbehinderungen im Alltag: Wie moderne Hilfsmittel die Selbstständigkeit fördern. Online-Pressekonferenz der Stiftung Auge, 14. Mai 2025.

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