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Bakterielle Vaginose: Doch den Partner mitbehandeln?

Die bakterielle Vaginose gehört zu den häufigsten Infektionen der Scheide. Um das Rückfallrisiko zu reduzieren, ist es wohl doch sinnvoll, auch den Partner zu behandeln. Das zeigt eine aktuelle australische Studie.

Bakterielle Vaginose ist häufigste Scheideninfektion

Normalerweise ist die Scheide vor allem von Milchsäurebakterien besiedelt. Das leicht saure Milieu schützt vor Krankheitserregern. Gerät es aus dem Gleichgewicht, können sich andere Bakterien vermehren, darunter Gardnerella vaginalis.

Typisch für eine bakterielle Vaginose ist ein dünnflüssiger, grau-weißlicher Ausfluss mit einem fischigen Geruch. Dieser Geruch kann sich nach dem Geschlechtsverkehr oder während der Monatsblutung verstärken. Verursacht die Vaginose Beschwerden, kann sie mit Antibiotika behandelt werden, die als (orale oder vaginale) Tabletten genommen oder als Zäpfchen oder Creme in die Scheide eingeführt werden. Ebenfalls empfohlen werden mitunter Vaginalzäpfchen oder Kapseln mit lebenden Milchsäurebakterien, um die Scheidenflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Bisher ging man davon aus, dass es nicht nötig sei, auch den Partner zu behandeln. Doch eine Studie von Forschern aus Melbourne zeigt nun, dass sich das Rückfallrisiko durch eine Behandlung des Partners durchaus reduzieren lässt.

Partnerbehandlung ist Einzelbehandlung überlegen

An der offenen, randomisierten, kontrollierten Studie nahmen monogame, heterosexuelle Paare teil, bei denen die Frau an einer bakteriellen Vaginose litt. Alle Frauen erhielten die empfohlene antimikrobielle Therapie der ersten Wahl (Metronidazol 400-mg-Tabletten zweimal täglich für sieben Tage oder, falls kontraindiziert, intravaginale 2%-Clindamycin-Creme für sieben Nächte oder intravaginales 0,75%-Metronidazol-Gel für fünf Nächte).

In der Partnerbehandlungsgruppe erhielt auch der männliche Partner eine orale und topische antimikrobielle Behandlung (Metronidazol 400-mg-Tabletten und 2%-Clindamycin-Creme, aufgetragen auf die Penishaut, jeweils zweimal täglich über sieben Tage). In der Kontrollgruppe erhielten die Partner keine Behandlung. Primärer Endpunkt war das Wiederauftreten der bakteriellen Vaginose innerhalb von zwölf Wochen.

Insgesamt wurden 81 Paare der Partnerbehandlungsgruppe und 83 Paare der Kontrollgruppe zugewiesen. Nachdem 150 Paare den zwölfwöchigen Nachbeobachtungszeitraum abgeschlossen hatten, wurde die Studie abgebrochen, da die Behandlung beider Partner der alleinigen Behandlung der Frau deutlich überlegen war:

  • In der Partnerbehandlungsgruppe hatten 24 von 69 Frauen (35 %) innherhalb von 12 Wochen einen Rückfall (Rezidivrate 1,6 pro Personenjahr).
  • In der Kontrollgruppe hatten 43 von 68 Frauen (63 %) einen Rückfall (Rezidivrate 4,2 pro Personenjahr).
  • Die absolute Risikodifferenz betrug −2,6 Rezidive pro Personenjahr (p < 0,001; modifizierte Intention-to-Treat-Population).

Zu den Nebenwirkungen bei den behandelten Männern zählten Übelkeit, Kopfschmerzen und ein metallischer Geschmack.

Doch eine sexuell übertragbare Erkrankung?

Frühere Studien zur Mitbehandlung männlicher Partner hatten keine erhöhte Heilungsrate gezeigt. Dies war als Beweis gegen eine sexuelle Übertragung interpretiert worden. Den Autoren der aktuellen Untersuchung zufolge wiesen diese Studien jedoch Limitierungen auf, die die Ergebnisse infrage stellen lassen. Darüber hinaus wurden meist nur orale Antibiotika eingesetzt. Sie reichen möglicherweise nicht aus, um eine kutane Übertragung vom Penis vollständig zu unterbinden.

Der aktuellen Studie zufolge sind bakterielle Vaginosen wohl doch zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen (STI) zu zählen.

Fazit

Die Rezidivrate einer bakteriellen Vaginose lässt sich senken, wenn der Partner mitbehandelt wird – sofern eine orale und topische antimikrobielle Therapie kombiniert werden.

Quelle

Vodstrcil LA, et al. Male-partner treatment to prevent recurrence of bacterial vaginosis. N Engl J Med 2025;392:947–57. DOI: 10.1056/NEJMoa2405404.

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Chinnapong – stock.adobe.com