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Hautkrebs verstehen und effektiv behandeln

Dank Fortschritten in Diagnostik und Therapie haben sich die Bedingungen für Patienten mit Hautkrebs in den letzten Jahren verbessert. Dennoch bleiben bösartige Erkrankungen der Haut eine Herausforderung – medizinisch, pflegerisch und wirtschaftlich. Auf dem Hautkrebskongress der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) Ende September 2024 stellten Experten zahlreiche neue Forschungsergebnisse vor.

Hautkrebs besser verstehen und effektiver bekämpfen

„Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung des hellhäutigen Menschen“, betonte Prof. Dr. med. Ralf Gutzmer, Minden. Jährlich werden etwa 160.700 Basalzellkarzinome, 105.800 kutane Plattenepithelkarzinome und 42.300 maligne Melanome neu diagnostiziert.

Das Fachwissen wird immer komplexer.

Seit 2022 gibt es mit Tebentafusp eine neue Therapieoption für Patienten mit Aderhautmelanom. Für Patienten mit malignem Melanom spielen Immuncheckpoint-Inhibitoren eine wichtige Rolle in der Therapie. Das maligne Melanom war die erste Tumorart, bei dem sich dieses inzwischen in der Onkologie breit etablierte Konzept wirksam zeigte. Die finale 10-Jahresanalyse zu Ipilimumab und Nivolumab in der Erstlinientherapie fortgeschrittener Melanome zeigte einen anhaltenden Überlebensvorteil der Kombinationstherapie. „Das ist unser Goldstandard“, sagte Gutzmer. Die anderen Therapien müssten sich daran messen. Als neues Konzept für therapieresistente Patienten nannten die Experten die Zelltherapie mit tumorinfiltrierenden Lymphozyten (TIL); hierzu gehört das bisher nur in den USA zugelassene Lifileucel. Mit Therapiekosten, die über eine Million Dollar hinausgehen, wird die Substanz jedoch sicher nicht in der Breite eingesetzt werden. Hoffnungen werden außerdem auf eine mRNA-Impfung gesetzt. Ergebnisse der laufenden Phase-III-Studie werden für 2025 erwartet.

Es müssen nicht immer neue Substanzen sein: Werden Immuntherapien bereits neoadjuvant – also vor der OP – eingesetzt, profitieren die Patienten mehr als bei einer adjuvanten Anwendung, führte Prof. Dr. med. Bastian Schilling, Frankfurt, aus.

Mit verbesserten Früherkennungs- und Therapieoptionen sowie steigendem Langzeitüberleben rücken auch die Langzeitfolgen der Therapien in den Fokus, wie Dr. med. Anja Gesierich, Würzburg, erläuterte.

ADOReg soll Real-World-Daten liefern

Weltweit gibt es inzwischen Bestrebungen, die Real-World-Evidence zu optimieren und klinische Register zur Versorgungsforschung hinzuzuziehen. Zu Hauttumoren liefert in Deutschland etwa das prospektive Register ADOReg entsprechende Daten. Gutzmer zufolge werden inzwischen etwa 20 Projektanträge pro Jahr für wissenschaftliche Arbeiten gestellt.

Was können KI und Telemedizin leisten?

Auch das Thema KI kam im Pressegespräch zur Sprache. Erste Studien zur Nutzung von Apps als Möglichkeit der Früherkennung seien angelaufen, die Systeme aber schnell an ihre Grenzen gestoßen, wie Prof. Dr. med. Carola Berking, Erlangen, betonte. Die Apps seien noch nicht ausreichend getestet.

Wir sehen das durchaus kritisch, dass Krankenkassen z.T. schon Apps [zur persönlichen Früherkennung] anbieten.

Schilling ergänzte: „Es klingt toll: Ich kann mir das fotografieren und dann ist alles gut.“ So weit sei man aber noch nicht. Unnötige OPs vermeiden zu können sei aber ein positiver Aspekt.

Wie sieht es dann mit Ganzkörperscans aus? Berking zufolge sehe man aktuell nicht, dass sie den Arzt ersetzen könnten.

Informationen für Betroffene und Fachkreise

Berking stellte das „Infoportal Hautkrebs“ vor, auf dem Experten der ADO ehrenamtlich firmenunabhängige und laienverständliche Informationen für Betroffene zusammentragen.

Für Fachkreise biete Berking zufolge die App ADO OncoPulse praktische Hilfestellungen und aktuelle Informationen von der Diagnostik bis zur Therapie maligner (auch seltener) Hauttumore.

Quelle

Prof. Dr. med. Bastian Schilling, Frankfurt, Prof. Dr. med. Ralf Gutzmer, Minden, Prof. Dr. Carola Berking, Erlangen, Dr. Anja Gesierich, Würzburg, hybride Pressekonferenz zum 34. Hautkrebskongress der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) am 27. September 2024

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