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Wie lässt sich die Zahl der Organspenden erhöhen?

965 Menschen haben im vergangenen Jahr nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet – 11% mehr als im Jahr zuvor. Doch ein Grund zur Freude sei dieser Zuwachs nicht, schreibt die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) in ihrem aktuellen Jahresbericht.

Appell für die Entscheidung

Etwa 8700 benötigte Organe standen in Deutschland Ende des Jahres auf der Warteliste. Gespendet wurden jedoch im Jahr 2023 nur 2877 Organe. Wie lässt sich die Zahl der Organspenden erhöhen? Die Organspende-Bereitschaft der Menschen zu fördern, ist nur ein wichtiger Schritt.

In einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) im Jahr 2022 gaben acht von zehn Befragten an, dass sie eine Organspende befürworten. Allerdings hatten gerade 44% ihren Entschluss in einem Organspendeausweis oder einer Patientenverfügung dokumentiert. In den Fällen, in denen der Wille der Verstorbenen nicht bekannt war, stellte die fehlende Zustimmung durch Angehörige im letzten Jahr noch immer einen der Hauptgründe dar, warum eine Spende bei potenziellen Organspendern nicht stattfand, so die DSO.

Seit März 2024 kann man seine Entscheidung im Organspende-Register festhalten. Die Authentifizierung über die Online-Ausweisfunktion schützt zwar die sensiblen Informationen vor unberechtigtem Zugriff, erschwert jedoch den Zugang für Menschen, die technisch nicht so versiert sind. Ab Juli 2024 sollen Versicherte auch von ihrer Krankenkassen-App ausgehend eine Erklärungsabgabe im Organspende-Register starten können.

Auch im Spendeprozess Verbesserungen nötig

Ebenso wichtig wie die Steigerung der Spendenbereitschaft ist es, mögliche Organspender zu identifizieren und die zur Verfügung stehenden Organe bestmöglich zu nutzen. Die Anbindung aller Entnahmekrankenhäuser an das Organspende-Register soll zum 1. Juli 2024 abgeschlossen sein.

Das Screeningtool DETECT unterstützt Mitarbeiter auf den Intensivstationen, mögliche Organspender herauszufiltern: Es dient dazu, einen potenziell irreversiblen Hirnfunktionsausfall zu erkennen. Mit Verfahren wie der Maschinenperfusion oder Fotodokumentation der Spenderorgane im Spendeprozess sollen zudem Qualität und Sicherheit des Organspendeprozesses und der Spenderorgane verbessern werden.

Quellen

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Destina/Adobe Stock